FÜR NERVEN WIE DRAHTSEILE

Wie Olympiasieger ihren Kopf trainieren

VON GUIDO ROSEMANN

Die Mission Gold. Für jeden Olympiasieger geht in Vancouver (Kanada) ein Traum in Erfüllung, die Belohnung für jahrelanges hartes Training. Entscheidend Ist, auf den Punkt topfit zu sein. Nur: Wie trainiert man das eigentlich?

Bei den Olympischen Spielen treffen sich die besten der Besten. Ihre Leistung ist so enorm, dass Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden. Ein Fahrfehler in der Eisrime, auf der Piste nur kurz gebremst - schon kam der Traum vom Gold vorbei sein. Viele Athleten zerbrechen an diesem Druck und versagen.

Wer gute Trainingsleistungen im Wettkampf bestätigen will, braucht deshalb eine stabile Psyche - sie müssen eiskalt sein.

Sportpsychologe Prof. Dr. Hans Eberspächer von der Universität Heidelberg, langjähriger Betreuer der deutschen Ski-Nationalmannschaft: "Man spricht von Peak Performance - also gut sein, wem's drauf ankommt! Voraussetzung dafür ist das Zusammenspiel zwischen körperlichen, materiellen und mentalen Ressourcen, die sich gegenseitig unterstützen. Das kam man perfektionieren: durch mentales Training."

Kann man sich seine Nerven also stark trainieren?

Eberspächer: "Das ist das Ziel. Am besten geht das, wem man den Ernstfall so oft wie möglich durchspielt. Letztlich ist mentales Training Probehandeln, um auf alles gefasst zu sein - Nervenstärke eben." Ein Profisportier, der etwas gewinnen will, muss das aus dem Effeff können. Abläufe werden im Kopf hundertfach durchgespielt, jahrelang. Nur so kam man im Wettkarnpf den Killerinstinkt wecken.

Deshalb fahren Skiläufer, Bobfahrer oder Rodler die Strecke auch vor dem eigentlichen Start gedanklich ab - und zwar mehrmals. Der Sportler kann sich auf die einzelnen Tore und Kurven besser einstellen.

Im Idealfall findet er dann den Rhythmus, mit dem er seine volle Leistung abrufen kam. Der Ernstfall wird zur Routine und Spitzenleistungen sind auf den Punkt möglich!

Wie können Amateure ihre Mentalkraft für Sport und Alltag trainieren? Lesen Sie hier die Tipps von Prof. Eberspächer:

Buchtipp: Hans Eberspächer, "Gut sein wenn's drauf ankommt. Die Psycho-Logik des Gewinnens"
(Hanser-Verlag, 19,90 Euro)


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